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Fremdkörper-Ingestionen im Kindes- und Jugendalter

Ingestionen von Fremdkörpern (FK) sind im Kindes- und Jugendalter häufig. Betroffen sind vor allem Kleinkinder, sowie neurologisch auffällige Kinder. Bei Jugendlichen liegt vielfach eine gewollte, in suizidaler Absicht erfolgte Ingestion vor. Meist passieren die FK den Gastrointestinal-Trakt (GIT) ohne Probleme und Interventionen. Es sind jedoch schwerwiegende Komplikationen und selbst Todesfälle beschrieben. Die Diagnostik und Therapie richtet sich nach dem Alter des Patienten, allenfalls einer zusätzlich bestehenden Grunderkrankung, der Symptomatik, der Art des geschluckten Fremdkörpers, und der Lokalisation des Fremdkörpers im GIT. Nachfolgend sind die aktuellen Empfehlungen der europäischen Kindergastroenterologen (European Society of Pediatric Gastroenterology Hepatology and Nutrition (ESPGHAN)) und Endoskopiker (European Society of Gastrointestinal Endoscopy (ESGE)) kurz zusammengefasst. Die meisten dieser Empfehlungen basieren auf Erfahrungsberichten. Für diese Zusammenfassung wurden diese Empfehlungen von den Autoren leicht angepasst. Für ein vertieftes Studium wird auf die unten aufgeführte Literatur verwiesen.
Symptome wie retrosternale oder abdominale Schmerzen, vermehrter Speichelfluss, Dysphagie, Nahrungsverweigerung, Erbrechen, Hämatemesis, Meläna oder eine peritonitische Bauchdecke können Hinweise auf eine Ingestion von FK und deren Komplikationen sein. Generell sollte bei allen verschluckten Fremdkörpern die Art des Fremdkörpers und die aktuelle Lage im GIT eruiert werden. Anhand dieser Informationen kann dann das weitere Vorgehen geplant werden.

Weitere Informationen

Autoren/Autorinnen
PD Dr. med. Raoul I. Furlano, Pädiatrische Gastroenterologie & Ernährung Universitäts-Kinderspital beider Basel (UKBB)

Christiane Sokollik

Prof. Dr. med. Henrik Köhler, Kantonsspital Aarau, Klinik für Kinder und Jugendliche, Aarau