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Empfehlungen zur Behandlung von Säuglingen mit Kuhmilchproteinallergie

Die Kuhmilchproteinallergie (KMPA) ist die häufigste Nahrungsmittelallergie des Kleinkindes. Laut der jüngsten europäischen Studie EuroPrevall, welche bei 12 000 Kinder die Diagnose mit einem Doppelblind-Provokationstest bestätigte1), betrifft die KMPA 0.74% der Säuglinge und Kinder unter 2 Jahren. Eine 2014 publizierte ausgedehnte Untersuchung fand eine ähnliche Prävalenz2). Der Spontanverlauf der KMPA führt in der Regel zur Toleranz. Ungefähr 50% der Kinder mit KMPA erreichen eine Toleranz bis zum Alter von 1 Jahr, 75% bis zum Alter von 3 Jahren und über 90% bis zum Alter von 6 Jahren1), 3), 4). Das klinische Bild ist ausgesprochen vielfältig: Es reicht vom anaphylaktischen Schock bis zu Motilitätsstörungen wie gastroösophagelaem Reflux oder Verstopfung, oder auch nur Hautbefall wie atopische Dermatitis. Deshalb ist die
Diagnose oftmals, insbesondere zu Beginn der Erkrankung, schwierig zu stellen, und das Risiko der zu häufigen oder zu seltenen Diagnose einer KMPA ist erheblich. Strenge und standardisierte Richtlinien zur Diagnostik sind daher unentbehrlich, um Kinder mit KMPA korrekt zu identifizieren und mit einer angepassten Ernährung zu behandeln.

Weitere Informationen

Autoren/Autorinnen
Dr. Jessica Ezria, Gastroentérologie pédiatrique Département Médico-Chirurgical de Pédiatrie – CHUV

Samuel Roethlisberger

Nicoletta Bianchi

Michela Tempia-Caliera Schäppi

Jacqueline Wassenberg

Federica Angelinif