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Jahresbericht pädiatrie schweiz (SGP) 2019-2020

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Gian Paolo Ramelli, Präsdient pädiatrie schweiz

An der Generalversammlung 2020, die aufgrund der besonderen Umstände erst im November stattfinden kann, blicken wir auf ein langes Vereinsjahr vom Juni 2019 bis Oktober 2020 zurück.

Geprägt durch das Erdbeben, das Covid-19 ausgelöst hat, wird dieses Vereinsjahr uns allen in Erinnerung bleiben. Innert kurzer Zeit stürzte die ganze Welt in eine Krise und unser aller Gewohnheiten haben sich verändert. Unser Gesundheitssystem musste sich neu erfinden und sich innert kürzester Zeit auf eine neue, mit vielen Fragezeichen versehene Situation einstellen.

Glücklicherweise blieben den Kindern ernste Komplikationen durch das Virus erspart. Schulschliessungen und der Abbruch von sozialen Aktivitäten haben aber zweifellos zu psychischem Druck geführt. Für uns Kinderärztinnen und Kinderärzte war es eine schwierige Zeit voller Unsicherheit. Die Sprechstunden konnten nicht mehr in gewohnter Art und Weise durchgeführt werden, Video- und Telefon-Konsultationen gehören zum neuen Alltag. pädiatrie schweiz hat unverzüglich einen kleinen Krisenstab gebildet, der eng mit dem BAG zusammengearbeitet und unsere Mitglieder stets zeitnah informiert hat.

Ein herzliches Dankeschön an unsere Experten Christoph Aebi, Dominique Gut und Christoph Berger für ihre wertvolle Arbeit.

Auch wenn Covid-19 viele unserer Projekte verlangsamt und überschattet hat, ist es uns dennoch gelungen, einige davon voran zu treiben.

Der geschäftsführende Ausschuss (Nucleus), dem ich zusammen mit Philipp Jenny (Vizepräsident), Dominique Gut und Christoph Aebi angehöre, hat sich im Februar ein letztes Mal getroffen. In der Folge haben wir uns regelmässig per Videokonferenz ausgetauscht. Auch der Vorstand hat auf neue Technologien gesetzt. Es ist uns gelungen, die Geschäfte von pädiatrie schweiz trotz erschwerten Umständen ordnungsgemäss weiterzuführen.

Zu den letzten Treffen gehörten die Präsidentenkonferenzen mit Haus- und Kinderärzte Schweiz mfe und Kinderärzte Schweiz KIS. Hervorheben möchte ich die diversen Sitzungen mit der Expertengruppe Kinder- und Jugendmedizin (parlamentarische Gruppe), in denen wir uns mit unseren Partnern zu den verschiedenen Themen ausgetauscht haben.

Ein wichtiges Ereignis vor Covid-19 war sicherlich die zweitägige Vorstandklausur Ende August 2019 auf dem Monte Verità in Ascona. Während einem ganzen Wochenende haben wir intensiv an Vision, Mission und Strategie unserer Gesellschaft gearbeitet. Daraus entstanden ist ein Strategiepapier mit integriertem Kommunikationskonzept und der neue Auftritt von pädiatrie schweiz, pédiatrie suisse, pediatria svizzera. pädiatrie schweiz ist kompetent, vernetzend, bildend, engagiert und dynamisch.

Der offizielle Name bleibt unverändert Schweizerische Gesellschaft für Pädiatrie.

Abgeschlossene Projekte:

  • Mit grosser Freude lade ich Sie ein, unsere Fortbildungszeitschrift Paediatrica in ihrem neuen Format zu lesen und die neue Internetseite paediatrieschweiz.ch zu besuchen. Neu sind alle Informationen auf einer Internetseite gebündelt, die Rubrik «Fachzeitschrift» ersetzt die Internetseite «Paediatrica». Der neue, moderne Auftritt erhöht unsere Visibilität und macht uns attraktiver. Seit September 2019 ist Daniela Kaiser unsere neue Chefredakteurin. Ihr und dem ganzen Redaktionsteam ein herzliches Dankeschön für die tolle Arbeit.
  • Die Kolleginnen und Kollegen von der Schweizerischen Gesellschaft für Neonatologie haben das Konzept für die obligatorische strukturierte Weiterbildung in Neonatologie überarbeitet und das Kursangebot angepasst.
  • Die Arbeiten zu den Empfehlungen zum Neugeborenen-Hörscreening konnten abgeschlossen und die neuen Dokumente in drei Sprachen publiziert werden.

Laufende Projekte:

  • Qualität: Unser Qualitätsdelegierter Dominique Gut ist an vielen Fronten aktiv und hat sich unter anderem stark engagiert im Pilotprojekt “Qualitätsaktivitäten” der FMH. Das Projekt “choosing wisely” wird in absehbarer Zeit abgeschlossen.
  • Weiterbildung in der Praxis: Dieses Thema liegt uns sehr am Herzen. Wir streben eine sechsmonatige Weiterbildung im ambulanten Bereich für alle an.
  • Die parlamentarische Gruppe “Kinder- und Jugendmedizin” konnte diesen Herbst die ersten Früchte ihrer Arbeit ernten. Der Nationalrat hat zwei Motionen einstimmig angenommen, ein höchst erfreuliches Resultat. Über die Details informieren wir laufend per Newsletter.
  • Strukturierte Weiterbildung Kinderschutz: Die Fachgruppe Kinderschutz hat einen Pilotkurs organisiert, der im November auf Deutsch durchgeführt wird.
  • Die neu gegründete Fortbildungskommission arbeitet an einem Projekt Streaming-Fortbildungen und e-learning zu dem die Generalversammlung Stellung beziehen wird.
  • Als wichtigste Vernehmlassungen sind die Zuordnung zur hochspezialisierten Medizin (verschiedene pädiatrische Bereiche) und die Revision der Geburtsgebrechenliste zu nennen. In beiden Verfahren hat sich pädiatrie schweiz stark engagiert.

Abschliessend möchte ich mich bei allen bedanken, die sich für eine bestmögliche Betreuung von Kindern einsetzen und lade die Politiker ein, unsere Arbeit zur Kenntnis zu nehmen und der Kinder- und Jugendmedizin, die ihr gebührende Aufmerksamkeit zu schenken.

Ich wage nicht daran zu denken, was passiert wäre, wenn die Pandemie die Kinder besonders ins Visier genommen hätte!