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Pädiatrisches Inflammatorisches Multisystem Syndrom

Covid-19 |

Nationale Empfehlungen für die Diagnostik und Therapie

Paediatric Inflammatory Multisystem Syndrome Temporally related to SARS-CoV-2 (PIMS-TS), auch bekannt als MIS-C

Im Rahmen der zweiten Welle von COVID-19 sind in der Schweiz bei Kindern und Jugendlichen vermehrt Fälle von PIMS-TS aufgetreten (geschätzt ca. 50 Fälle). Über erste Fälle haben wir bereits im Frühjahr 2020 berichtet.

Nun hat ein multidisziplinäres Expertenteam unter Leitung der IG neonatale und pädiatrische Intensivmedizin (IGNPI) der Schweizerischen Gesellschaft für Intensivmedizin (SGI) nationale Empfehlungen für die Diagnostik und Therapie des PIMS-TS erarbeitet und am 30.12.2020 publiziert.

pädiatrie schweiz, im Expertenteam durch mehrere Mitglieder vertreten, unterstützt diese neuen Guidelines.

Wichtig ist das frühzeitige Erkennen eines möglichen PIMS-TS.

 Die Verdachtsdiagnose in der Grundversorgung sollte gestellt werden bei:

  • Fieber und schlechtem Allgemeinzustand über mehrere, i.d.R. ≥ 3 Tage UND
  • stark erhöhtem CRP (100 – >300 mg/l) UND
  • Klinischer Symptomatik mit
    a. Zeichen eines Kawasaki-Syndroms ODER
    b. Abdominalsymptomen (Bauchschmerzen, peritoneale Reizung, Diarrhoe) ODER
    c. Zeichen eines Kreislaufschock (wie bei Sepsis oder Toxic Shock Syndrom)

SARS-CoV-2 PCR bzw. Schnelltests sind mehrheitlich negativ, die Antikörper hingegen fast immer positiv. Meist liegt eine 2-6 Wochen zurückliegende, häufig asymptomatische Infektion vor.

Empfohlenes Vorgehen in der Grundversorgung:
Bei Erfüllung der oben genannten Kriterien empfehlen wir die notfallmässige Zuweisung in eine Kinderklinik. Die virologischen Befunde sind nicht abzuwarten. Eine multidisziplinäre Betreuung ist für das optimale Management nötig.
Medienmitteilung