News >

Pädiatrische Nephrologie

Jahresberichte |

Jahresbericht 2019

Giacomo Simonetti

Fachorganisation
Schweizerische Arbeitsgruppe für Pädiatrische Nephrologie (SAPN)

Präsident
Prof. Dr. med. G.D. Simonetti
Istituto Pediatrico della Svizzera Italiana
Ospedale San Giovanni
6500 Bellinzona
giacomo.simonetti@eoc.ch

Sekretär
Dr. med. R.O. von Vigier
Kinderklinik Wildermeth
Spitalzentrum Biel AG
2500 Biel
rodo.vonVigier@szb-chb.ch

Facharztprüfung
Schwerpunkt (jährlich; sanktionierend)

Allgemeines
Die Mitgliedschaft in der SAPN steht allen Ärzten/-innen, welche an der pädiatrischen Nephrologie interessiert sind, offen. Jährlich finden zwei Plenarsitzungen statt, an welchen nebst der Diskussion von besonderen Fällen auch Guidelines ausgearbeitet und standespolitische Themen behandelt werden.

Nur eine Minderheit aller kindernephrologisch betreuten Patienten bedarf jemals einer hoch spezialisierten Therapie wie Dialyse oder Nierentransplantation. Diese epidemiologischen Gegebenheiten müssen bei der Organisation des Betreuungsangebotes berücksichtigt werden; trotzdem sollen jedoch die hoch spezialisierten Behandlungsmöglichkeiten in akzeptabler Distanz für die Patienten verfügbar sein.

Unter diesen Gesichtspunkten werden Dialysen und Nierentransplantationen an den Universitätskliniken Bern, Genf/Lausanne und Zürich durchgeführt (akute Dialysen und Peritonealdialyse auch in UKBB Basel). Zusätzlich werden fachärztliche Konsultationen durch Kindernephrologen/-innen in Aarau, Baden, Bellinzona, Biel, Luzern und St. Gallen angeboten. Dieses Netzwerk ist von zentraler Bedeutung, um für alle Kinder mit akuter oder chronischer Nierenerkrankung eine qualitativ hochstehende fachärztliche Betreuung sicherzustellen.

Weiterbildung
Die Weiterbildung zum Schwerpunkttitel in pädiatrischer Nephrologie ist im entsprechenden Weiterbildungsprogramm festgelegt Weiterbildung Nephrologie und wird mit einer sanktionierenden Prüfung abgeschlossen.
Als Weiterbildungsstätten sind von der FMH/SIWF derzeit folgende Kliniken in der Schweiz anerkannt bzw. in Evaluation:

1. Kliniken der Kategorie A, welche die geforderten Kriterien der Zentrumsversorgung wie akute und chronische Dialyseverfahren sowie Nierentransplantation erfüllen
• Universitäts-Kinderklinik, Inselspital, Bern
• Unité universitaire romande de néphrologie pédiatrique Genève et Lausanne
• Universitäts-Kinderkliniken Zürich

2. Kliniken der Kategorie B
• Universitäts-Kinderkliniken beider Basel (in Evaluation)
• Kinderspital St. Gallen (in Evaluation)

Fortbildung
Wenngleich nur relativ wenige Patienten im pädiatrischen Alter eine terminale Niereninsuffizienz erleiden, gibt es dennoch eine grosse Anzahl von Erkrankungen, welche potentiell zur Niereninsuffizienz führen können. In Übereinstimmung mit internationalen epidemiologischen Studien, gehören angeborene Fehlbildungen der Nieren auch gemäss dem schweizerischen-pädiatrischen Nierenregister (SPRR) zu den häufigsten Ursachen einer terminalen Niereninsuffizienz im Kindesalter.

Zu den Hauptinhalten der pädiatrisch-nephrologischen Fortbildung auch für «Allgemeinpädiater» gehören neben den renalen und urologischen Fehlbildungen auch die Harnwegsinfektionen, Miktionsstörungen, glomeruläre Erkrankungen sowie die arterielle Hypertonie.

Hauptaktivitäten
Der Prävention einer Niereninsuffizienz kommt ein zentraler Stellenwert in der Kindernephrologie zu. Dies bedingt auch die Weiterentwicklung pränataler Diagnostik und eine bestmögliche Charakterisierung der verschiedenen Nephropathien bis zum Übergang in das Erwachsenenalter. In diesem Zusammenhang steht auch die Zusammenarbeit zwischen der SAPN und der Working Group on Inherited Kidney Disorders (WGIKD).

Gemeinsames Ziel ist die Optimierung der Patientenbetreuung und die Verbesserung der genetischen Diagnostik. Entsprechend setzt sich die Gruppe aus Nephrologen für erwachsene Patienten, Kindernephrologen und Genetikern zusammen.

Ein weiteres wichtiges Element stellt das SPRR dar, welches seit 1970 die Daten sämtlicher Kinder mit terminaler Niereninsuffizienz (behandelt mit Dialyse oder Transplantation) sammelt. Die im SPRR erfassten Daten werden zudem jährlich dem Register der European Society of Pediatric Nephrology (ESPN) gemeldet, was einen internationalen Vergleich ermöglicht und somit auch der eigenen Qualitätssicherung dient.

Zudem ist dadurch die Teilnahme an europäischen, wissenschaftlichen Projekten möglich. Die Organisation des SPRR erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Sozial- und Präventivmedizin (ISPM) der Universität Bern, dessen Mitarbeiter sich auch für das Einhalten der ethischen Aspekte und der Vorgehensweise betreffend Datenschutz verantwortlich zeichnen.

Nebst den üblichen standespolitischen Aktivitäten stand im Jahr 2019 die Überarbeitung bzw. Entwicklung der nachfolgend genannten Empfehlungen im Vordergrund.

Empfehlungen in Bearbeitung
• Diagnose und Behandlung von Harnwegsinfektionen beim Kind (in Zusammenarbeit mit der Pediatric Infectiology Group Switzerland (PIGS) und der Swiss Society for Paediatric Urology (SwissPU))
• Abklärung und Behandlung von Kindern mit angeborenen Fehlbildungen der Harnwege (Hydronephrose).