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Adipositas-Kommission

Jahresberichte

Jahresbericht 2020

Mitglieder

– Nathalie Farpour-Lambert, Genf
– Josef Laimbacher (Leitung), St. Gallen
– Dagmar l’Allemand, St. Gallen
– Marco Janner, Bern
– Valdo Pezzoli, Lugano
– Christoph Rutishauser, Zürich
– Bettina Isenschmid, Zofingen (akj)
– Gaby Fontana, Zug (SVDE)
– Claudia Baeriswyl, Fribourg (SGP)

Neue Struktur der Schweizerischen Adipositas-Gesellschaften «ALLOB»

     Der im Juli 2020 gegründete Verein «ALLOB – Allianz Adipositas Schweiz – Alliance Obesité Suisse – Alleanza Obesità Svizzera» besteht aus den Mitgliedern:
– Fachverband Adipositas im Kindes- und Jugendalter (AKJ), worüber auch die Adipositaskommission von pädiatrie schweiz eingebunden ist,
– ASEMO (Association Suisse pour l’Etude du Métabolisme et de l’Obésité, Arbeitsgruppe der Schweizerischen Gesellschaft für Endokrinologie/ Diabetologie),
– SMOB (Swiss Society for the Study of Morbid Obesity and Metabolic Disorders) sowie – SAPS (Schweizerische Adipositas-Stiftung), der Patientenorganisation.

     ALLOB bezweckt die Bündelung von Kräften, um gemeinsam gegen die Probleme des Übergewichts und der Adipositas vom Kindes- bis zum Erwachsenenalter vorgehen zu können und vertritt die Interessen von Menschen mit Adipositas in der Gesundheits- und Sozialpolitik. Die erste, vom BAG unterstützte Aufgabe wird darin bestehen, 2021 – 2024 ein multidisziplinäres Adipositas-Management für Erwachsene zu etablieren, ähnlich wie es im Kindesalter bereits seit 2014 umgesetzt wurde, Kick-off-Meeting am 15.2.2021. Somit gibt es jetzt einen gemeinsamen Ansprechpartner für Gesundheitspolitik und Presse, wobei die Aufgaben im Bereich Kinder- und Jugend-Adipositas unverändert beim AKJ und der Adipositaskommission bleiben.

Zertifizierungen von Adipositas-Therapeuten, – Spezialisten, Therapieprogrammen und –Zentren

pädiatrie schweiz hat 2020 Re-Zertifizierungen von 6 multiprofessionellen Adipositas-Gruppen-Programmen (MGP, von 14 noch 2019 aktiven) vorgenommen und Zertifikate für die 8 Pädiatrischen Adipositas-Referenzzentren ausgestellt. Ferner konnten neue Adipositas-Spezialisten dank der MSIT-Weiterbildungen in der Romandie und Zürich anerkannt werden. Leider lassen sich viel zu wenig Pädiater diese Anerkennung auch ausstellen, die für die Kostenübernahme einer einjährigen multiprofessionellen strukturierten individuellen Therapie (MSIT) erforderlich ist. Die wohnortnahe Behandlung von übergewichtigen Kindern in der Schweiz ist leider noch viel zu selten möglich, sollte sie doch eigentlich durch den als Adipositas-Spezialisten* weitergebildeten Kinderarzt* mit seinem Team aus Ernährungsberatern*, Physiotherapeuten* und Psychologen* /Psychiatern* durchgeführt werden. Ein neuer 5-Tages-Kurs zur Weiterbildung zum Adipositas-Therapeuten, der in MGPs und Referenzzentren vertreten sein muss, ist im Oktober 2020 gestartet; die Adipositas-kommission entscheidet, welche alternative Fachqualifikationen für Adipositas-Therapeuten anerkannt werden können.

*Weibliche und männliche Form gemeint.

Einfluss der Corona-Pandemie auf die Kinder-Adipositas-Therapie

    Die Durchführung der MGPs war durch die Einschränkungen der Pandemie erschwert, zumal die meist selbst adipösen Eltern als Risikopatienten gelten und besonderer Schutzmassnahmen bedürfen.

     Da die praktischen Übungen und Interaktionen zwischen Kindern, Eltern und Therapeuten Grundvoraussetzung für erfolgreiche Gruppenbehandlungen sind, sollten, in Absprache von Adipositaskommission und AKJ-Vorstand, nicht mehr als 20% der Kurs-Zeit in Video-Therapien oder Hausaufgaben bestehen. Daher mussten einige Programme nach dem intensiven Teil abgebrochen werden. Eine individuelle Behandlung bzw. MSIT ist weiter möglich. «Telemedizinische» Therapieformen sollten weiterentwickelt werden.

Evaluation der MGP-Therapie und Referenzzentren

Die obligate Datenerhebung mittels zentraler Datenbank stellt für viele Anbieter eine Herausforderung dar und ist voraussichtlich aufgrund der Pandemie-Ausnahmesituation 2020 nicht massgeblich für grundsätzliche Einschätzungen, doch soll die Evaluation weitergeführt werden, um Erkenntnisse über die Adipositastherapie in der Schweiz zu gewinnen. Den Rückmeldungen gemäss konnten nur wenige von Übergewicht betroffene Familien die Einschränkungen der organisierten Bewegung angemessen ausgleichen.

Kommissionstätigkeit

Pandemiebedingt fand nur eine physische Kommissionssitzung statt. Dank der engen Vernetzung, insbesondere mit dem Sekretariat der Pädiatrie Schweiz – was hier herzlich verdankt sei -,  konnten wir die Alltaggeschäfte und Absprachen problemlos digital abwickeln, obwohl ein direkter physischer Austausch sich natürlich optimaler für die Qualität und Tiefe der Diskussion ausweist.  

Prof. Dr. med. Dagmar l’Allemand
Co-Präsidentin
Fachverband Adipositas im Kindes- und Jugendalter akj
Herzogstrasse 1
5000 Aarau
Tel. 044 251 54 45
Tel. direkt: 071 243 1326
info@akj-ch.ch 
www.akj-ch.ch

Dr. med. Josef Laimbacher
(ab 1.1.2021 in Pension, bleibt Präsident der Adipositaskommission)
Meienbeergstrasse 22
9000 St. Gallen
T  + 41 (0)71 311 33 80
josef.laimbacher@kispisg.ch