Im Mai 2016 publizierte die American Academy of Pediatrics (AAP) Empfehlungen für die klinische Praxis, indem sie den Begriff «Apparent Life-Threatening Events» (ALTE) durch den enger gefassten «Brief Resolved Unexplained Events» (BRUE) ersetzte1). Diese auf Kinder unter einem Jahr beschränkte Änderung ist jedoch nicht nur eine begriffliche, sondern ändert die Evaluation von Säuglingen mit einem akuten scheinbar lebensbedrohlichen Ereignis, und die Betreuung von Kindern, deren Mortalitätsrisiko als gering eingestuft wird. Diese evidenzbasierte Betreuung beruht auf Risikostratifizierung, gestützt auf klinischen Befunden und Laborbefunden. Eine weitere Neuigkeit besteht darin, dass diese Empfehlungen in Stellenwerte eingeteilt werden (hoch, mässig, gering), die jedoch nicht automatisch oder kategorisch angewendet, sondern bei ärztlichen Entscheidungen verschieden gewichtet werden sollen.
Neuerungen in Genf bei der Betreuung akuter lebensbedrohlicher Ereignisse im Säuglingsalter vom Typ risikoarme BRUE: Ein kleiner Schritt vorwärts?