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Motivierte Assistenzärzte bezüglich Sonographie vor grossen Hindernissen

Sonographie |

In einer Umfrage der SVUPP wurden Assistenzärzte der pädiatrischen Kliniken gebeten, sich zur Sonographie während ihrer Ausbildungszeit zu äussern.

In einer Umfrage der SVUPP (Schweizerische Vereinigung für Ultraschall in der Pädiatrie, Sektion Pädiatrie der Schweizerischen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin SGUM) wurden im Juli 2018 Assistenzärzte der pädiatrischen Kliniken gebeten, sich zur Sonographie während ihrer Ausbildungszeit zu äussern. 56 Assistenzärzte aus sechs Deutschschweizer Kinderkliniken (Baden, Zürich, Luzern, Aarau, Winterthur, Basel) haben an der Umfrage teilgenommen. Bei den Fragen waren mehrere Antworten sowie Freitexteingaben möglich.

Resultate

Während die grosse Mehrheit sich für die Sonographie interessiert, können nur die wenigsten (7%) in der Ausbildung unter Supervision sonographieren und in diesem Bereich Erfahrung sammeln.

Gründe dafür seien die fehlende Ausbildung in Sonographie (52%), die fehlende Supervision (53%) und der fehlende Zugang zu einem Ultraschallgerät (41%). Nur einzelnen Umfrageteilnehmern wäre auch der persönliche Zusatzaufwand im klinischen Alltag zu gross (16%).

Auch die Kurse in pädiatrischer Sonographie stossen auf grosses Interesse (94%), werden jedoch nur von 19% der Umfrageteilnehmer besucht. Als Gründe für das Nichtbesuchen eines Sonographie-Kurses werden verschiedene Punkte angegeben: Fehlende Möglichkeit zur Anwendung der Lerninhalte (34%), fehlendes Kursangebot (21%), zu grosser finanzieller (16%) oder zeitlicher (18%) Aufwand der Kurse.

Gut 2/3 der Umfrageteilnehmer interessieren sich für eine Rotation auf der Radiologie mit Ultraschallausbildung (68%). Aufgrund des fehlenden Angebotes haben jedoch nur zwei Umfrageteilnehmer eine solche absolviert bzw. konkret geplant.

Beurteilung

Auch wenn man davon ausgeht, dass bei grösserem Interesse an der Sonographie eher auch eine Teilnahme an der Umfrage erfolgt ist, zeichnen die Antworten ein klares Bild: Der spürbaren Motivation die Sonographie zu erlernen stehen grosse Hindernisse gegenüber. Der Wunsch nach einer Ausbildung in pädiatrischer Sonographie inkl. Schallens unter Supervision in der Kinderklinik wurde in den zahlreichen Freitextäusserungen bekräftigt. Insbesondere hinsichtlich der Umsetzung im klinischen Alltag, bezüglich der Möglichkeiten des Sonographierens unter Supervision und bezüglich Rotationsstellen auf der Radiologie sehen die Assistenzärzte Handlungsbedarf.

In den Freitextäusserungen kommt auch Frustration zum Vorschein: Im Vergleich zu den Internisten und beispielsweise den Kollegen aus Deutschland ist in der Schweiz für die pädiatrischen Assistenzärzte eine Ultraschall-Ausbildung nur unter erschwerten Bedingungen überhaupt möglich.

Mit dem neuen Angebot der POCUS-Kurse wird die SVUPP zu einer weiteren Ausbildungsmöglichkeit beitragen können. Insbesondere die Sonographie nach POCUS-Kriterien eignet sich aus unserer Sicht gut, um interessierte Oberärzte als Supervisoren auszubilden und den Assistenten den Zugang zur Sonographie vermehrt zu ermöglichen.

Im Namen all jener, die sich eine Ultraschall-Ausbildung in der Assistenzzeit wünschen, möchte ich die Verantwortlichen in den Kinderkliniken dazu aufrufen, die aktuellen Begebenheiten zu überdenken und entsprechende Rahmenbedingungen für die Sonographie im pädiatrischen Alltag der Assistenzärzte zu schaffen.

Weitere Informationen

Korrespondenz:
Autoren/Autorinnen
Dr. med. Eva Adank, Zürich