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Empfehlungen für die Kinderschutzarbeit an Kinderkliniken

Kinderschutz |

Fachgruppe Kinderschutz der schweizerischen Kinderkliniken

Einleitung

In jeder Kinderklinik und Kinderabteilung werden misshandelte Kinder behandelt. Es gehört deshalb zum Behandlungsauftrag jeder Kinderklinik, subtile Zeichen einer möglichen Misshandlung wahrzunehmen und entsprechende Hilfe einzuleiten. Die phänomenologische Vielfalt und psychologische Besonderheit dieses Krankheitsbildes machen die Diagnose schwierig. Dabei ist Kindsmisshandlung häufiger als andere pädiatrische Diagnosegruppen wie angeborene Herzfehler, bösartige Krankheiten oder Stoffwechselstörungen. Die Diagnosestellung wäre umso wichtiger, als frühzeitiges Aufdecken und korrektes interprofessionelles Management für die Prognose von grosser Bedeutung sind.

Deshalb hat sich die Fachgruppe Kinderschutz der schweizerischen Kinderkliniken, eine Kommission der Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrie, zum Ziel gesetzt, Empfehlungen für Diagnostik und Management von Kindsmisshandlung zu erarbeiten. Diese Gruppe bestand aus Fachpersonen der Bereiche Kinderchirurgie, Kinderpsychiatrie und Pädiatrie mit langjähriger praktischer Erfahrung auf diesem Gebiet. Entsprechend der Häufigkeit von Kindsmisshandlung ist Kinderschutz nicht eine Spezialdisziplin von Einzelnen, sondern soll eine in den medizinischen Alltag integrierte Denkweise im Hinblick auf Sensibilisierung, Wahrnehmung und bewusste Beobachtung sein. Kinderschutz gehört demnach ins Pflichtenheft jeder Oberärztin/jedes Oberarztes und zur Weiterbildung zur Fachärztin/zum
Facharzt FMH für Kinder- und Jugendmedizin; Kindsmisshandlung soll auch im Facharztexamen geprüft werden.

Die vorliegenden Empfehlungen sind als Leitlinien gedacht, an denen sich in Kinderkliniken oder Kinderabteilungen tätige Ärztinnen und Ärzte beim Erstkontakt mit Kindern und Jugendlichen und deren Begleitpersonen (wohl meistens in einer Notfallsituation) orientieren können.

Empfehlungen

Weitere Informationen

Autoren/Autorinnen
Dr. med. Markus Wopmann, Klinik für Kinder und Jugendliche, Kantonsspital Baden