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Editorial

Die Anfrage der Herausgeber von PAEDIATRICA, ob ich Interesse hätte, ein Heft zum Thema «Psychosomatik» mitzugestalten, weckte Erinnerungen an meine langjährige Tätigkeit in der pädiatrischen Psychoonkologie. Diese war nur dank enger interprofessioneller Zusammenarbeit sowie Verständnis und gegenseitigem Respekt für die Arbeitsweise der anderen Berufsgruppen möglich. Vor dem Hintergrund dieser prägenden Erfahrungen nahm ich das Angebot mit Freude an.

Fünf Artikel, die Wissenschaft und Klinik miteinander verbinden, sollten das Heft bereichern. Die intensive Kooperation zwischen Pädiatrie und Kinderpsychiatrie hat in der Schweiz sowohl in den Praxen wie in den Spitälern eine lange und bewährte Tradition. Daraus entstand die Idee, die fünf kinder- und jugendpsychiatrischen Unikliniken anzufragen, ob sie je einen Beitrag beisteuern würden. Alle willigten sofort ein. So kamen spannende, an Themen weit gefächerte Inhalte zusammen.

Margarete Bolten und Corinne Légeret schreiben über funktionelle Defäkationsstörungen, einen häufigen Vorstellungsgrund in der pädiatrischen Praxis. Sie stellen das interprofessionelle Behandlungsmodell vor, das seit einiger Zeit im Universitäts-Kinderspital beider Basel erfolgreich umgesetzt wird.

Martina de Gaudenzi et al. aus Bern zeigen am Beispiel der Hämophilie, wie vielschichtig sich die Wechselwirkungen zwischen körperlicher Krankheit und psychischem Wohlbefinden gestalten und wie wichtig die Berücksichtigung beider Faktoren für den Verlauf ist.

Die Früherkennung von Autismusspektrumsstörungen öffnet die Tür für Behandlungsansätze, die später zum Teil verschlossen bleiben. Martina Franchini et al. aus Genf erklären, was uns die Entwicklung der Geschwister von autistischen Kindern darüber lehren kann.

Auch die Lausanner Gruppe um Mathilde Morisod Harari widmet sich der frühen Kindheit. Ihr Beitrag befasst sich mit dem multiprofessionellen Zugang zur Perinatalzeit bei Risikofamilien.

Anna Maria Werling et al. aus Zürich nehmen ein äusserst aktuelles Thema auf und beschreiben Zusammenhänge zwischen der aktuellen Pandemie, dem Mediengebrauch und der psychischen Befindlichkeit von Kindern und Jugendlichen.

Ich danke allen Autorinnen und Autoren für die spannenden Beiträge und wünsche Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, eine anregende Lektüre!

Alain Di Gallo

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Korrespondenz:
Autoren/Autorinnen
Prof. Dr. med. Alain Di Gallo,Kinder- und Jugendpsychiatrie, Universitäts-Kinderspital beider Basel