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SwissPedNet – das Netzwerk mit Vision und Mission

Jahresberichte |

Jahresbericht 2019

Klara Posfay-Barbe, Genf und Pascale Wenger, Bern

Ein Jahresrückblick

Zu unserem Netzwerk gehören die neun «clinical pediatric research hubs» an den fünf Universitäts-Kinderspitälern Basel, Bern, Genf, Lausanne und Zürich, und den vier Kinderspitälern in Aarau, Bellinzona (EOC Ticino), Luzern und St. Gallen. Zusätzlich zählen zwei wichtige Plattformen zu SwissPedNet: SwissPedPha, das Zentrum für pädiatrische Pharmakologie und pharmakometrische Forschung, und SwissPedRegistry, das Zentrum für pädiatrische Register und Datenbanken. Sie alle haben ihre Leistungen für klinisch forschende Kinderärztinnen und -ärzte ausbauen können und bieten Dienstleistungen an für die Ausführung von translationalen und klinischen Forschungsprojekten.

SwissPedNet Highlights im 2019

Vision und Mission «reloaded»

Der SwissPedNet Vorstand hat sich intensiv damit beschäftigt, wohin die Reise von SwissPedNet gehen soll. Was ist das zukünftig gewünschte Bild, das SwissPedNet beschreibt?

Das Schweizer Netzwerk der pädiatrischen Forschungszentren hat folgende Vision:

Vision

Alle Kinder und Familien profitieren von einer qualitativ hochwertigen klinischen Forschung, unabhängig von Alter, Krankheitsbild und Wohnort.

Der gesellschaftliche Nutzen und die Sinnhaftigkeit unserer Tätigkeit sind:

Mission

Steigerung der Qualität der pädiatrischen Versorgung in der Schweiz durch Forschung; Verbesserung der Gesundheit von Kindern durch Forschung; Vernetzung im In- und Ausland zur Erleichterung der Durchführung pädiatrischer klinischer Studien; Entwicklung und Innovation in der klinischen Wissenschaft verfolgen und übernehmen; Ausbildungsmöglichkeiten für junge pädiatrische Forschende anbieten sowie Förderung kontinuierlichen Lernens.

Wir arbeiten daran, kontinuierlich die beschriebenen Aufgaben als unseren persönlichen Auftrag umzusetzen. Wenn wir aufs 2019 zurückblicken, so sind wir auf dem richtigen Weg.

Steigerung der Qualität der pädiatrischen Versorgung in der Schweiz und Verbesserung der Gesundheit von Kindern durch Forschung

Das sind langfristige Ziele. Was wir mit Bestimmtheit sagen können: unsere pädiatrischen Hubs sind aktiv am Forschen. Eine Zusammenstellung der laufenden klinischen und epidemiologischen Studien finden Sie auf unserer Webseite (https://www.swisspednet.ch/de/studies/). Insgesamt beschäftigen sich unsere elf Mitgliedsinstitutionen mit über 300 Studien oder Forschungsprojekten1).

Vernetzung im In- und Ausland zur Erleichterung der Durchführung pädiatrischer klinischer Studien

Eine gute Zusammenarbeit innerhalb der einzelnen Standorte und Mitglieder klappt am besten, wenn die Leute sich persönlich kennen. SwissPedNet hat dafür mehrere «Field Trips» lanciert, die erste Einladung kam 2018 aus Genf. Im April 2019 hat das UKBB alle Mitarbeitenden unserer Hubs zu sich eingeladen. Im November, im Anschluss an unsere Generalversammlung, gab es ein weiteres Treffen, wo neu erarbeitete Qualitätsstandards vorgestellt werden konnten. Und zum dritten Mal gab es dieses Treffen im Januar 2020 am Kinderspital in Zürich.

SwissPedNet ist seit 2012 Mitglied von Enpr-EMA, dem European Network of Paediatric Research at the European Medicines Agency. Dieses Netzwerk will insbesondere die Studiendurchführung in der Pädiatrie erleichtern, um die Verfügbarkeit von zugelassenen Medikamenten für Kinder zu erhöhen. Diese Vernetzung wird vor allem durch die Pharma-Industrie genutzt, wenn sie in Europa Studienzentren für ihre «Paediatric Investigation Plans2) » sucht.

c4c – conect4children – COllaborative Network for European Clinical Trials For Children

SwissPedNet ist Teil des Konsortiums des pan-Europäischen Forschungsnetzwerks c4c. Das c4c-Forschungsnetzwerk vereint Pharmaunternehmen, nationale pädiatrische Forschungsnetzwerke, multi-nationale Indikations-spezifische Netzwerke, Patientenverbände, Kinderkliniken und andere öffentliche Forschungseinrichtungen aus ganz Europa.

Über c4c erhalten nun drei internationale Studien eine Schweizer Beteiligung:

• TREOCAPA – Prophylactic treatment of the ductus arteriosus in preterm infants by acetaminophen – wird in Genf, Lausanne und Zürich durchgeführt.

• cASPerCF – Prospective validation and clinical evaluation of a new posaconazole dosing regimen for children and adolescents with cystic fibrosis and Aspergillus infection – kommt ins Kinderspital Zürich.

• KD-CAAP – Multi-centre, randomised, open-label, blinded endpoint assessed, trial of corticosteroids plus intravenous immunoglobulin (IVIG) and aspirin, versus IVIG and aspirin for prevention of coronary artery aneurysms in Kawasaki disease – wird in einer späteren Rekrutierungsrunde nach Basel, St. Gallen und ins Tessin kommen.

Entwicklung und Innovation in der klinischen Wissenschaft verfolgen und übernehmen

Die nationale Initiative Swiss Personalised Health Network (SPHN) hat das erklärte Ziel, die Entwicklung der personalisierten Medizin und personalisierten Gesundheit in der Schweiz zu fördern.

SwissPedNet hat auf Ausschreibung des SPHN zwei Projekte zugesprochen erhalten:

• Harmonizing health related data and biospecimens across paediatric hospitals

• Optimising paediatric dosing regimens based on a clinical data warehouse SwissPKcdw

Das erste läuft unter der Federführung von Claudia Kühni (Institut für Sozial- und Präventivmedizin, ISPM Bern und SwissPedRegistry) und legt die Basis, damit die Routinedaten, welche in Kinderkliniken während der tägliche Arbeit produziert werden, so gesammelt werden, dass daraus ein standardisierter  Datensatz entsteht, welcher in guter Qualität für klinische Forschung benutzt werden kann. Das Projekt und dessen Resultate wurden während eines zweitägigen Symposiums im Dezember 2019 einem breiten Publikum vorgestellt.

Das SwissPKcdw (Swiss PharmacoKinetics clinical datawarehouse) wird Werkzeuge für die pharmakokinetische Modellierung entwickeln und bereitstellen. Damit sollten sich dann Dosierungsschemata für pädiatrische Patienten auf der Grundlage der Daten im Clinical Data Warehouse vorhersagen lassen.

Ausbildungsmöglichkeiten für junge pädiatrische Forschende anbieten sowie Förderung kontinuierlichen Lernens

Bereits etabliert ist die SwissPedNet Translational and Clinical Research Session; im 2019 kam es zur Austragung Nr. 7 in Bellinzona. Hier lernen unsere jungen Forschenden, ihre Forschungsprojekte zu präsentieren und einem interessierten Publikum Rede und Antwort zu stehen.

Die Preise gingen an Carmen de Jong vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Bern für ihr Forschungsprojekt «Diagnosing asthma accurately in school-aged children suspected to have asthma» und an Patrick Meyer Sauteur vom Universitäts-Kinderspital Zürich für seine Arbeit «Diagnosis of Mycoplasma pneumoniae pneumonia with measurement of specific antibody-secreting cells».

Der Next Generation Research Day ist das andere Standbein unseres Ausbildungsangebots: Im November 2019 erfolgte die Zweitaustragung dieses ganztägigen Workshops, in dem junge klinisch Forschende für die Herausforderungen eines Forschungsprojektes fit gemacht werden. Der Anlass ist sehr beliebt und somit wird der NextGen RD am 20. November 2020 zum dritten Mal stattfinden.

Ausblick 2020

Wir sind auf dem Weg und freuen uns, alle unsere Projekte im 2020 weiterverfolgen zu können.

Vielleicht noch das: die SwissPedNet Translational and Clinical Research Session findet an der SGP/SSP Jahresversammlung in Fribourg statt: Donnerstag, 4. Juni 2020 und am Freitag, 5. Juni 2020 jeweils von 11.00-12.30 Uhr. Die Preisverleihung findet im Plenarsaal am 5. Juni 2020 um 14.00 Uhr statt. Es lohnt sich, im besten Fall da dreimal reinzuschauen!

Und besuchen Sie unsere Website: www.swisspednet.ch. Hier erhalten Sie weitere Informationen zu den Aktivitäten unseres Netzwerks.

Korrespondenzadresse

Prof. Dr. med. Klara Posfay-Barbe
Universitäts-Kinderspital Genf
Präsidentin SwissPedNet
E-Mail: Klara.PosfayBarbe@hcuge.ch

Pascale Wenger, Koordinatorin SwissPedNet
Swiss Clinical Trial Organisation
Tel. 031 307 10 45
E-mail: p.wenger@scto.ch

SwissPedNet
c/o Swiss Clinical Trial Organisation
Effingerstrasse 35, 3008 Bern,www.swisspednet.ch/ info@swisspednet.ch

1) Multizenterstudien, die an mehreren Zentren offen sind, sind von jedem teilnehmenden Zentrum genannt.

2) Ein Entwicklungsplan, der sicherstellen soll, dass die erforderlichen Daten durch Studien an Kindern gewonnen werden, um die Zulassung eines neuen Arzneimittels auch für Kinder sicherzustellen.