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COVID-19 Fragen und Antworten Teil 7

Covid-19 |

Welche pädiatrischen Herzerkrankungen sind Risikofaktoren für schwere Verläufe von COVID-19?

Es gibt momentan keine gesicherten kardialen Risikofaktoren für schwere Verläufe im Kindesalter. Aus theoretischen Überlegungen und in Analogie zu anderen respiratorischen Infektionen sind möglicherweise folgende Herzfehler mit einem erhöhten Risiko assoziiert

  1. schwere Herzinsuffizienz
  2. pulmonal-arterielle Hypertension
  3. angeborenes Herzvitium mit Shunt-abhängiger Lungenzirkulation (z.B. BT-Shunt)
  4. Nicht-korrigiertes zyanotisches Herzvitium (z.B. Fallot Tetralogie, Single-Ventricle nach Glenn-Anastomose oder mit SaO2<90%)

Bei diesen Kindern ist bei Auftreten von COVID-19 verdächtigen Symptomen die Erregerdiagnostik indiziert. Im positiven Fall wird die Rücksprache mit dem betreuenden Kinderkardiologieteam empfohlen. Selbstverständlich gelten, wie für alle Patienten, die üblichen Hygienerichtlinien. Die SGP unterstützt die Empfehlungen der Schweizerischen Gesellschaft für pädiatrische Kardiologie.

Wird es aufgrund der Isolation zu Hause zu vermehrter häuslicher Gewalt führen oder Gewalt an Kindern geben? Und was ist mit den Jugendlichen?

Wie aus den Erfahrungen der COVID-19 Pandemie in China zu entnehmen ist, kam es aufgrund des engen Lebens zu Hause, die Ängste um die Gesundheit, die Ungewissheit über die Dauer der Krise sowie der fehlenden sozialen Kontakte zu vermehrter häuslicher Gewalt. Eine mögliche Überforderung der Familien in dieser Krisensituation kann zu Problemen führen, insbesondere, wenn sie bereits konfliktbeladen waren. Die soziale Kontrolle der Schule und Schulsozialarbeiter entfällt weitgehend und könnte das Problem verstärken. Bisher wurde in der Schweiz noch kein vermehrter Anstieg bemerkt. Nicht vergessen dürfen wir die Jugendlichen, welche in einer bereits kritischen Lebensphase zusätzlich mit der sozialen Distanz und Isolation belastet werden. Pro Juventute startete daher am 30.03. eine entsprechende Kampagne.
Kampagne Pro Juventute italienisch

Die Kinderärzte müssen weiterhin aufmerksam und hellhörig sein, um auch in Zeiten der COVID-19 Pandemie den Kinderschutz nicht zu vergessen. Lesen Sie dazu die Empfehlungen für die Kinderschutzarbeit der Fachgruppe Kinderschutz der Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrie.
italienische Empfehlungen

Eine Mitarbeiterin unserer Praxis wurde positiv auf COVID-19 getestet. Muss nun unsere Praxis für 10 Tage geschlossen werden?

Nein. Mitarbeitende im Gesundheitssystem arbeiten mit Maske weiter. Bei Auftreten von leichten Symptomen (ohne Fieber) Isolation zu Hause für mindestens 48 Stunden. Danach ist die Wiederaufnahme der Arbeit mit Maske möglich. Siehe weitere wichtige Details in den Empfehlungen von swissnoso. Bitte beachten Sie auch die Empfehlungen des BAG zum Umgang mit erkrankten Personen und Kontakten.
Quelle: Kinderärzte Schweiz, Berufsverband Kinder- und Jugendärzte in der Praxis

Wie kann ich Konsultationen per Telefon, Email und Video-Konferenz abrechnen?

Wie der Berufsverband Haus- und Kinderärzte Schweiz mfe in seinem aktualisiertem Merkblatt schreibt, hat die FMH hat nach Rücksprache mit mfe und anderen Verbänden das BAG bereits darauf aufmerksam gemacht, dass sich die veränderten Praxisbedingungen auch in den Rechnungsstatistiken zeigen werden. Die Forderung wurde gestellt, die Limitationen auf den Leistungen in Abwesenheit und für den Austausch am Telefon, per Email oder via Bildschirm vorübergehend auszusetzen, damit der Aufwand weiterhin korrekt abgerechnet werden kann. Die Antwort des Bundesrates steht zurzeit noch aus. Die SGP dankt mfe für diese Initiative.

Aktuelle Informationen der FMH zum Coronavirus

Die FMH ergänzt ihre Internetseite laufend mit Antworten zu Fragen im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Sie informiert Ärztinnen und Ärzte über die Möglichkeiten der sicheren telemedizinischen Konsultation im Kontext der COVID-19-Pandemie, über die rechtlichen Grundlagen der telemedizinischen Konsultation, die tarifarische Abgeltung sowie eine Risikobewertung der gängigen Informations- und Kommunikationstechnologien.

Medizinische Fachkräfte gesucht!

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