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Kampf dem Missbrauch von Bildschirmen: Kinderärzte an vorderster Front

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Kinder die stundenlang einem Bildschirm überlassen werden, leiden an schweren Lern- und Sozialisierungsstörungen. Diese Symptome bilden sich glücklicherweise rasch zurück, wenn das Kind in einer interaktiven Umgebung sozialisiert wird. Die manchmal zur Beschreibung dieses Phänomens verwendeten Begriffe «Autismus» und «Sucht» werden durch die Wissenschaft zwar abgelehnt1), dennoch sind diese Beobachtungen beunruhigend. Und auch wenn sie nur eine beschränkte Anzahl Kinder betreffen, sollten sie doch unsere Aufmerksamkeit wecken. Das Benutzen von Bildschirmen vor dem Alter von zwei Jahren scheint zudem den Melatoninzyklus, und damit die regenerierende Wirkung des Schlafes schwer zu stören, mit noch schlecht bekannten Auswirkungen. Die Kinderärzte spielen bei der Prävention der schädlichen Wirkung übermässigen Bildschirmkonsums eine wesentliche Rolle, denn sie haben das Vertrauen der Eltern und können sehr wirksam erzieherische Botschaften übermitteln.

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Autoren/Autorinnen
Serge Tisseron