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Mit wenig viel bewirken – 10 Thesen zur Verbesserung der Reanimations-Qualität von Kindern in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH-Länder)

Liebe Kolleg*innen

Die Reanimation mit dem besten Outcome ist immer noch jene, welche nie stattgefunden hat, weil sie verhindert werden konnte. Die Prävention, das frühzeitige Erkennen eines kritischen Zustandes und das sofortige Treffen geeigneter Massnahmen, um eine weitere Verschlechterung zu verhindern, ist von zentraler Bedeutung.

Wenn es dennoch zu einem Herz-Kreislaufstillstand bei einem Kind kommt, muss die Reanimation lückenlos und qualitativ hochwertig durchgeführt werden.

Um dies zu gewährleisten, müssen die involvierten Fachleute entsprechend geschult und regelmässig trainiert werden.

Seit vielen Jahren engagieren sich hochmotivierte, fachlich bestens ausgebildete und im klinischen Alltag routinierte Instruktor*innen und Trainer*innen in verschiedenen Kursformaten und Simulationen, um Berufskolleg*innen auf den Ernstfall vorzubereiten. Je nach Bildungsformat erfolgt die Schulung individuell oder in interprofessionellen, interdisziplinären Behandlungsteams.

Eine systematische und flächendeckende Reanimations-Datenerfassung fehlt bisher in den deutschsprachigen Ländern Europas (DACH-Länder Deutschland, Österreich und Schweiz). Abgeleitet von den Zahlen aus Amerika oder Japan kann man davon ausgehen, dass in den DACH-Ländern infolge Herz-Kreislaufstillstand jährlich ca. 5’000 pädiatrische Patienten reanimiert werden. 1), 2)

Auch wenn sich die Überlebensrate im Laufe der Zeit verbessert hat, bleibt das Outcome bei Kinderreanimationen verbesserungswürdig. Die Morbiditätsfolgen sind für die Patient*innen, das Umfeld wie auch für die Gesellschaft enorm. 3)

Die Autoren des vorliegenden DACH Positionspapiers empfehlen die Implementierung von 10 evidenz-basierten Thesen in den Berufsalltag, um damit die Überlebensrate und die Morbidität pädiatrischer Patienten im Falle einer Reanimation weiter zu verbessern.

Darüber hinaus hat der Swiss Resuscitation Council SRC mit der «nationalen Überlebensstrategie bei Kreislaufstillstand» und dem daraus abgeleiteten Selbstbeurteilungstool ein Instrument entwickelt, mit dessen Hilfe die verschiedenen Mitglieder der Rettungskette (wie Rettungsdienste, Ärzt*innen in der eigenen Praxis, Spitäler etc) die Reife ihres Reanimationssystems bestimmen und allfälligen Handlungsbedarf identifizieren können.

Nationale Überlebensstrategie bei Kreislaufstillstand

Ich danke an dieser Stelle allen Instruktor*innen und Trainer*innen für ihr hohes Engagement und die unermüdliche Bereitschaft, Wissen zu teilen und Fertigkeiten zu vermitteln.

Ich danke auch Ihnen, liebe Leser*innen, dass Sie am Ball bleiben und für Ihr Interesse, sich selber und im Team kontinuierlich weiter zu bilden, um auch in diesem Bereich gemeinsam besser zu werden.

Den Verantwortlichen der präklinischen und innerklinischen Versorgung unserer Patienten gilt es zu danken für die Schaffung der nötigen Infrastruktur und den passenden Rahmenbedingungen, um die optimale Reanimation und die anschliessende Versorgung im Team zu erlernen und zu trainieren und durch ein fundiertes Debriefing nach einer Reanimation wichtige Erkenntnisse zu gewinnen.

Von all dem profitieren letztendlich unsere jungen Patient*innen.

Quellen

  1. Nagata T, Abe T, Noda E, Hasegawa M, Hashizume M, Hagihara A. Factors associated with the clinical outcomes of pediatric out-of-hospital cardiac arrest in Japan. BMJ Open. (2014) 4:e003481. doi: 10.1136/bmjopen-2013-003481
  2. Girotra S, Spertus JA, Li Y, Berg RA, Nadkarni VM, Chan PS. American heart association get with the guidelines-resuscitation investigators. Survival trends in pediatric in-hospital cardiac arrests: an analysis from Get with the Guidelines-Resuscitation. Circ Cardiovasc Qual Outcomes. (2013) 6:42–9. doi 10.1161/CIRCOUTCOMES.112.967968
  3. van Zellem L, Utens EM, Madderom M, Legerstee JS, Aarsen F, Tibboel D, et al. Cardiac arrest in infants, children, and adolescents: long-term emotional and behavioral functioning. Eur J Pediatr. (2016) 175:977–86. doi: 10.1007/s00431-016-2728-4

Weitere Informationen

Korrespondenz:
Autoren/Autorinnen
Dr. med. Iris Irene Bachmann Holzinger, Interdisziplinäre Notfallstation Simulations- und Trainingszentrum, Universitäts- Kinderspital Zürich - Eleonorenstiftung