Jahresbericht 2025
Das Jahr 2025 kennzeichnet den Start in die neue Förderperiode 2025 – 2028. Mit der erneuten Bundesförderung auf einem ähnlichen Level wie 2021-2024, bestätigte das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) den Wert und die Relevanz von SwissPedNet für die schweizerische Forschungslandschaft. Diese Anerkennung wie auch die damit verbundenen Erwartungen spornen uns an, SwissPedNet weiterzuentwickeln und die Forschungsinfrastruktur für klinische pädiatrische Forschung in der Schweiz weiter zu verbessern. Dies mit dem Ziel, dass noch mehr kranke Kinder und Jugendliche Zugang zu Forschungsprojekten gewinnen und sich die Kinder – und Jugendmedizin in ihren alltäglichen Entscheidungen auf solide klinische Daten verlassen kann.
Im ersten Jahr der neuen Förderperiode hat sich auch die Koordinationsstelle von SwissPedNet weiterentwickelt. Gemeinsam mit der Swiss Clinical Trial Organisation (SCTO) wurde entschieden, die Koordinationsstelle neu ausserhalb der Geschäftsstelle der SCTO zu organisieren. Die neu unabhängige Koordinationsstelle und damit verbundenen Optimierungen in diversen Prozessen sorgen für eine ideale Agilität und Effizienz, um den aktuellen Herausforderungen der pädiatrischen klinischen Forschung in der Schweiz adäquat zu begegnen und mit grossem Momentum Projekte und Aktivitäten umzusetzen.
Qualität der pädiatrischen Versorgung in der Schweiz verbessern und Gesundheit der Kinder durch patientenzentrierte Forschung fördern
Für das Jahr 2024 wurden erstmals netzwerksweit systematisch und strukturiert Daten zu den unterstützten Projekten und Aktivitäten erhoben, welche nun seit Mitte 2025 vorliegen. Die Ergebnisse zeigen den Effekt unserer Arbeit:
217 verschiedene grössere Projekte, davon rund zwei Drittel multizentrische Studien, wurden 2024 mit diversen Forschungsdienstleistungen durch unsere Mitglieder unterstützt. Diese Projekte waren mehrheitlich akademisch, verfolgten somit kein kommerzielles Ziel. Weitere 240 kleine, lokale Projekte haben kurze Beratungen erhalten. Diese Projekte ermöglichten Forschenden ihre individuellen Forschungsfragen zu beantworten und die persönliche Erfahrung im Management von Forschungsprojekten zu vergrössern.
Obschon Forschungsprojekte tendenziell komplexer werden und einzelne Projekte mehr Ressourcen binden, streben wir eine hohe Anzahl an Projekten und eine grosse Diversität der Forschungsfragen an. Jedes klinische Forschungsprojekt ermöglicht einer anderen Patientenpopulation Zugang zu Forschung.
In den erwähnten Projekten konnten im Jahr 2024 fast 4000 pädiatrische Patient:innen, vom Frühgeborenen bis zum Teenager, teilnehmen. Einige profitierten vom Zugang zu effektiveren oder nebenwirkungsärmeren Therapien, alle trugen zu einer zukünftigen evidenz-basierten medizinischen Versorgung der Kinder und Jugendlichen in der Schweiz bei.
Vernetzung in der Schweiz und im Ausland
An der Generalversammlung im Dezember 2025 wurde mit assoziierten Mitgliedern eine weitere Mitgliedschaftskategorie bei SwissPedNet eingeführt. An derselben Versammlung konnten bereits zehn assoziierte Mitglieder neu als Teil von SwissPedNet begrüsst werden. Dies sind:
Schweizerische Pädiatrische Onkologie Gruppe (SPOG)
Swiss Paediatric Surveillance Unit (SPSU)
Kinderärzte Schweiz
Neonatologie Universitätsspital Zürich
pädiatrie schweiz
Schweizerisches Tropen- und Public Health-Institute
Swiss Society for Early Childhood Research
Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin Kantonsspital Winterthur
Spitalzentrum Biel Klinik Wildermeth
Pédiatrie du Réseau Hospitalier Neuchâtelois
Mit dieser Entwicklung auf Netzwerkebene haben wir einen grossen Schritt gemacht, um basierend auf Zusammenarbeit, Offenheit und geteilter Expertise gemeinsam die pädiatrische klinische Forschung in der Schweiz weiterzuentwickeln.
Auch die Zusammenarbeit mit der SCTO wird weitergeführt, unabhängig von der Organisation der SwissPedNet Koordinationsstelle. Im Jahr 2025 wurden Zusammenarbeiten in Projekten der SCTO-Plattformen geplant, welche voraussichtlich 2026 umgesetzt werden.
Innerhalb von SwissPedNet wurden im Jahr 2025 erneut zwei Field Trips durchgeführt, diesmal nach Aarau und nach Fribourg. Der Fokus war auf dem Austausch zu zwei grossen Studien, welche vom Nationalfonds finanziert sind (MYTHIC und KIDS-STEP); zudem hat das Netzwerk in Fribourg einen Einblick in den Einsatz der Komplementärmedizin und deren klinische Forschung erhalten. Beide internen Anlässe waren gut besucht und boten eine hervorragende Gelegenheit, Beziehungen und Austausch zu pflegen.
Auf internationaler Ebene bringt sich SwissPedNet weiterhin im European Network of Paediatric Research at EMA (Enpr-EMA) ein. Seit Anfang 2025 ist SwissPedNet in der höchsten Mitgliedschaftskategorie 1 aufgenommen.
Das europäische c4c Projekt, in welchem SwissPedNet die Schweiz vertreten hat, kam Ende April 2025 zum Abschluss. Das im Projekt etablierte pan-europäische Forschungsinfrastruktur-Netzwerk für pädiatrische Forschung wird weiter gepflegt und entwickelt von c4c-Stichting. SwissPedNet hat im Februar 2025 die entsprechenden Zusammenarbeitsverträge unterzeichnet und seither bereits zu diversen internationalen Forschungsdienstleistungen beigetragen. Auf Netzwerkebene sind durch diese Zusammenarbeit zusätzliche internationale Studien an Schweizer Kliniken gelangt.
Weiterverwendung von pädiatrischen klinischen Daten für die Forschung
Im vergangenen Jahr wurde intensiv daran gearbeitet, die in SwissPedHealth eingebundenen Projekte voranzutreiben und die Fortführung und Pflege des pädiatrischen Nationalen Datenstroms (NDS) über die Finanzierung von Swiss Personalised Health Network (SPHN) hinaus zu planen. Die Fortschritte im Projekt sind deutlich, beispielhaft sind die folgenden Meilensteine zu erwähnen: Alle Datenlieferanten (fünf Universitätsspitäler und zwei Kantonsspitäler) haben ihre lokale Infrastruktur so weit entwickelt, dass Daten im von SPHN entwickelten Framework und innerhalb der «FAIR Prinzipien» an den zentralen Server bei BioMedIT übermittelt werden konnten. Weiter wurde innerhalb eines Subprojekts ein Prozess zur Anonymisierung von Daten implementiert. Die Kapazität, eine komplexe prospektive Studie innerhalb des Datenstroms durchzuführen wurde im Projekt MOMIC gezeigt.
Einbezug von Patient:innen und der Gesellschaft in die pädiatrische klinische Forschung
In vielen pädiatrischen Forschungsprojekten werden Methoden von «Patient and Public Involvement (PPI)» angewendet. National betrachtet fehlen aktuell jedoch noch die Strukturen und die entsprechende Kultur, um Patient:innen und Angehörige systematisch als Expert:innen in die Planung von Forschungsprojekten beizuziehen. Als erster Schritt hat SwissPedNet in 2025 die entsprechenden Fachpersonen aus der Forschung innerhalb von SwissPedNet vernetzt und online eine Kollaborationsplattform bereitgestellt, um sich unkompliziert über Dokumente auszutauschen und Erfahrungen mit dem Einbezug von Patient:innen zu teilen. Weitere Entwicklungen, auch im Austausch mit internationalen Organisationen wie das European Young Person Advisory Network, eYPAGnet, sind geplant.
Innovative Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für die nächste Generation
Für das 12. Mal konnten Nachwuchsforschende ihre Forschungsprojekte in den SwissPedNet Sessions im Rahmen der Jahrestagung von pädiatrie schweiz präsentieren. Wie jedes Jahr wurden die zwei besten Beiträge ausgewählt und mit je CHF 3000, gesponsert von pädiatrie schweiz, ausgezeichnet.
Zudem hat erneut ein NextGen Research Day stattgefunden. Neu wurden zwei Workshops von Patientenvertreter:innen von Frühchen & Neokinder Schweiz begleitet. Einblicke in das Erleben und die Erfahrung von direkt betroffenen Eltern war für die teilnehmenden Forschenden überaus wertvoll.
Die finanzielle Unterstützung von AbbVie und EliLilly half uns in der Durchführung dieses interaktiven und lehrreichen Tags und wird sehr geschätzt.

Bitte besuchen Sie unsere Website: www.swisspednet.ch. Hier erhalten Sie weitere Informationen zu den Aktivitäten unseres Netzwerks.
Korrespondenzadresse
Prof. Dr. med. Matthias Baumgartner
Universitäts-Kinderspital Zürich
Präsident SwissPedNet
[email protected]
PD Dr. med. Julia Anna Bielicki
Universitäts-Kinderspital beider Basel
Vizepräsidentin SwissPedNet
[email protected]
MSc Anna Naef
Geschäftsführerin SwissPedNet
Tel. T +41 44 249 56 83
[email protected]
SwissPedNet
c/o Universitäts-Kinderspital Zürich
Lenggstrasse 30
8008 Zürich
www.swisspednet.ch
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