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Kontaminierte Säuglingsnahrung

Update vom 12. Februar 2026

Die kontaminierte Säuglingsnahrung ist derzeit grosses Thema in den Medien und verunsichert Eltern und Bezugspersonen. Seitens pädiatrie schweiz verweisen wir auf das

Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen

Nebst der aktualisierten Liste der Produkte finden sich dort Informationen für Eltern und zu Krankheitsfällen in der Schweiz. Nachfolgend ergänzende Informationen von pädiatrie schweiz, die auf die am häufigsten gestellten Fragen eingehen.

Hinsichtlich der Herkunft der Inhaltsstoffe ist zu berücksichtigen, dass diese Informationen für Verbraucher:innen kaum zugänglich sind. Die genaue Herkunft der Rohstoffe ist in der Regel ausschliesslich den Hersteller:innen bekannt; Gesundheitsfachpersonen haben keinen Einblick in diese Daten. Aus diesem Grund ist es nicht möglich, eine bestimmte Marke mit der uneingeschränkten Garantie zu empfehlen, dass sie von einer Kontamination nicht betroffen ist. Zwar können regional hergestellte Produkte unter Umständen ein geringeres Risiko aufweisen, eine vollständige Sicherheit lässt sich jedoch auch hier nicht gewährleisten.

Für Eltern ist es in erster Linie wichtig, ihr Kind aufmerksam zu beobachten. Treten Symptome wie Durchfall oder Erbrechen auf, sollte unter den aktuellen Umständen geprüft werden, ob die konsumierte Milch zu den betroffenen Marken oder Chargen gehört. Ist dies der Fall, ist der Konsum umgehend zu stoppen, das Produkt zu entsorgen und durch Milch aus einer unbetroffenen Charge oder einer anderen Marke zu ersetzen. Ist die verabreichte Milch hingegen nicht betroffen, sollte zunächst an eine virale Ursache gedacht werden, da solche Infektionen bei Kleinkindern häufig sind. Unabhängig von der Ursache der Beschwerden ist es entscheidend, den Flüssigkeitshaushalt des Kindes sorgfältig zu überwachen und bei Bedarf eine orale Rehydratationslösung zu geben. Kann der Flüssigkeitsverlust nicht ausreichend ausgeglichen werden, sollte ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.

In diesem Zusammenhang ist festzuhalten, dass die Bewertung sowie der Rückruf von Produkten nicht in den Zuständigkeitsbereich von pädiatrie schweiz fallen. In der Schweiz obliegt diese Verantwortung dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen. Die Kinderärzt:innen – ebenso wie unsere Fachgesellschaft – wurden zeitgleich mit der Öffentlichkeit über den Produkterückruf informiert.

Angesichts dieses Vorfalls ist es wichtig, pragmatisch zu bleiben. Die Situation ist zweifellos besorgniserregend, zeigt jedoch zugleich, dass die bestehenden Kontrollmechanismen greifen und es ermöglichen, betroffene Produkte zu identifizieren und vom Markt zu nehmen. Kritisch zu bewerten sind hingegen die unzureichende Transparenz sowie die verspätete Information der Gesundheitsfachpersonen. Eine frühzeitigere Kommunikation hätte eine bessere Koordination und klarere Empfehlungen gegenüber den Eltern ermöglicht. Seit der medialen Berichterstattung über den Rückruf scheinen die betroffenen Marken angemessen zu reagieren. Da jedoch keine präzisen Angaben zum Zeitpunkt der Entdeckung der Kontamination vorliegen, obliegt es den zuständigen Behörden zu prüfen, ob die Reaktion rechtzeitig erfolgte.

Für Eltern, die ihrem Baby Säuglingsnahrung geben:

Die aktuellen Rückrufaktionen sind verständlicherweise beunruhigend. Viele Eltern fühlen sich möglicherweise schuldig, weil sie ihren Kindern diese Produkte gegeben haben. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass keine langfristigen gesundheitlichen Folgen zu erwarten sind. Studien zeigen eindeutig, dass das betreffende Toxin – falls überhaupt vorhanden – in erster Linie Verdauungsbeschwerden wie Unwohlsein oder Durchfall verursacht, die nach Absetzen der betroffenen Milch in der Regel schnell wieder verschwinden.