Swiss Paediatric Surveillance Unit (SPSU)
Die Swiss Paediatric Surveillance Unit (SPSU), gemeinsam getragen von pädiatrie schweiz und dem Bundesamt für Gesundheit (BAG), ermöglicht seit über 30 Jahren die schweizweite Erfassung seltener pädiatrischer Erkrankungen und seltener Komplikationen häufigerer Erkrankungen. Dank der kontinuierlichen Mitarbeit der pädiatrischen Kliniken entstehen wertvolle Daten für die pädiatrische Versorgung und Surveillance.
Diese Studien laufen aktuell:
- Akute schlaffe Lähmung – als wichtiger Bestandteil der Überwachung im Kontext der Polio-Eradikation
- Varizella-Zoster-Virus-assoziierte Hospitalisationen, einschliesslich postinfektiöser Komplikationen
- Neonatale Enterovirus-Infektionen
- Pertussis
- Frühsommer-Meningoenzephalitis
- Lyme-Neuroborreliose
iGAS-Studie abgeschlossen – mit Spannung erwarten wir die Auswertung
Ende Juni 2026 wurde die Erhebung zu invasiven Infektionen mit Gruppe-A-Streptokokken (iGAS) abgeschlossen. Die seit Dezember 2017 laufende Studie erfasste damit auch die aussergewöhnliche epidemiologische Entwicklung während und nach der Corona-Pandemie. Wir sind gespannt auf den Abschlussbericht.
SPSU am Kongress von pädiatrie schweiz
Auch am diesjährigen Kongress in Lausanne war die SPSU präsent. Im Programmpunkt «SPSU News – News from Swiss Paediatric Surveillance Unit projects» wurden aktuelle Projekte vorgestellt.
Die Studie zu neonatalen Enterovirus-Infektionen zeigt exemplarisch den Wert einer nationalen Surveillance im Kontext internationaler epidemiologischer Signale. Anlass für die rasche Einführung der Erhebung im September 2023 war die Häufung schwerer und teilweise tödlicher Echovirus-11-Infektionen bei Neugeborenen in Europa, über die WHO und ECDC berichteten.
Die systematische Erfassung ermöglicht es, die Situation in der Schweiz mit Beobachtungen aus anderen europäischen Ländern zu vergleichen. Damit erfüllt die SPSU einen ihrer zentralen Grundaufträge: relevante epidemiologische Entwicklungen frühzeitig und strukturiert zu erfassen und zur Einordnung der Schweizer Daten in den internationalen Surveillance-Kontext beizutragen.
Zudem wurde die seit Juni 2025 laufende Pertussis-Studie vorgestellt. Da bislang erst wenige Studiendaten vorliegen, stand der Hintergrund der Erhebung im Fokus. Säuglinge und Kleinkinder weisen weiterhin die höchste Pertussis-Morbidität auf; der maternalen Immunisierung kommt daher eine zentrale Bedeutung zu. Die Studie erfasst die Charakteristika hospitalisierter pädiatrischer Pertussis-Fälle sowie den Impfstatus der betroffenen Kinder und – bei Säuglingen – ihrer Mütter und schafft damit eine Datengrundlage zur Beurteilung aktueller Impfstrategien.
Weitere Informationen zu den laufenden Studien sowie aktuelle Daten aus der Surveillance finden Sie auf der Website der SPSU.