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COVID-19: Teststrategie bei Kindern

Covid-19 |

Replik zur Sonntagspresse vom 06.09.2020

In der Sonntagspresse fordern einzelne Experten, dass Kinder wie Erwachsene generell getestet werden sollen. pädiatrie schweiz distanziert sich von derartigen einseitigen Meinungsäusserungen in der Presse und hält fest:

  • Generelles Testen bei jeder akuten Atemwegsinfektion bei jedem Kind jeden Alters ist weder zielführend noch praktikabel.
  • Viele Infizierte, v.a. Kinder, machen eine subklinische Infektion durch. Die Identifikation aller Kinder mit SARS-CoV-2 Infektion ist deshalb illusorisch, ebenso wie das Konzept eines zuverlässigen Contact Tracing ausgehend von Kindern als Indexpersonen.
  • Jedes Kind erkrankt in den Wintermonaten mehrmals an viralen Atemwegsinfektionen. Die Forderung, jedes Kind bei jeder Neuerkrankung zu testen, überlastet die Kapazitäten von Praxen, Notfallstationen und Testzentren.
  • Besonders Kleinkinder müssen bei generellem Testen im Verlauf des Winters –zig mal getestet werden, was weder zumutbar noch verhältnismässig ist.
  • Generelles Testen führt nicht zu einer Beruhigung und Stabilisierung des Schulalltags, sondern im Gegenteil zu vielen Schulabsenzen und Klassenschliessungen.
  • Das sehr seltene, aber gefährliche multisystemischen Entzündungssyndrom (Multisystem Inflammatory Syndrome in Children [MIS-C]) lässt sich mit generellem Testen nicht frühzeitig identifizieren, weil die meisten MIS-C Patienten bei Symptombeginn bereits wieder PCR-negativ sind.

pädiatrie schweiz (SGP) – die Fachgesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin – und ihre Partnerorganisationen (Kinderinfektiologie [PIGS] und Kinderärzte Schweiz [Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in der Praxis]) engagieren sich gegenwärtig in Zusammenarbeit mit den Behörden für die Adaptation der geltenden Testkriterien für Kinder unter 12 Jahren im Hinblick auf eine tragfähige Strategie im kommenden Winter.

Christoph Aebi, Vorstand pädiatrie schweiz