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Schweizerische Arbeitsgruppe für Pädiatrische Nephrologie (SAPN)

Jahresbericht 2025

Allgemeines

Die Schweizerische Arbeitsgruppe für Pädiatrische Nephrologie (SAPN) ist eine Fachorganisation, deren Mitgliedschaft allen Ärzt:innen offensteht, die ein Interesse an der pädiatrischen Nephrologie haben. Im Jahr 2025 fanden zwei Plenarsitzungen statt, in denen neben der Diskussion besonderer Fallkonstellationen auch Leitlinien für häufige Nierenerkrankungen sowie standespolitische Themen behandelt wurden.

Neben den klassischen nephrologischen Therapien wie Dialyse oder Nierentransplantation, welche als hochspezialisierte Behandlungsmöglichkeiten in angemessener Entfernung in der Schweiz verfügbar sind, verschiebt sich der Schwerpunkt in Diagnostik und Therapie in den letzten Jahren zunehmend hin zur frühen Diagnose und damit zu präventiven Massnahmen. Schweizweit erfolgen fachärztliche Konsultationen in spezialisierten Sprechstunden. Dieses Netzwerk gewährleistet eine qualitativ hochstehende Versorgung von Kindern mit akuten oder chronischen Nierenerkrankungen in der gesamten Schweiz, in enger Kooperation mit weiteren Fachdisziplinen, insbesondere der Kinderradiologie, Kinderurologie und Humangenetik. Ebenso bestehen interdisziplinäre Sprechstunden, beispielsweise mit der Kinderrheumatologie oder Kindergastroenterologie. Dies ermöglicht eine qualitativ hochwertige Versorgung, nicht zuletzt in enger Zusammenarbeit mit niedergelassenen Kinderärzt:innen.

Weiterbildung

Die Weiterbildung zum Schwerpunkttitel in pädiatrischer Nephrologie erfolgt an den vom SIWF anerkannten Weiterbildungskliniken. Die Kategorie-A-Kliniken mit vollständiger Zentrumsversorgung für akute und chronische Dialyse sowie Nierentransplantation sind:

• Universitäts-Kinderklinik, Inselspital Bern 
• Universitäts-Kinderspital Zürich 
• Zentrum Genf–Lausanne 

Weiterbildungsmöglichkeiten bestehen zudem an Kategorie-B-Kliniken:

• Universitäts-Kinderspital beider Basel 
• Ostschweizer Kinderspital St. Gallen 

Die Weiterbildung schliesst mit einer eidgenössischen Schwerpunktprüfung ab.

Vernetzung, Fortbildung und wissenschaftliche Aktivitäten

Im Jahr 2025 fand der jährliche Kongress der Schweizerischen Gesellschaft für Nephrologie (SGN) in Interlaken statt. Der inhaltliche Schwerpunkt lag auf dem Thema «Lebenslange Nierenversorgung» («Lifelong Kidney Care»). Der Kongress stand unter der Präsidentschaft zweier Kindernephrologen (Dr. S. Tschumi und Prof. W. Hayes), was die enge Zusammenarbeit zwischen pädiatrischer und adulter Nephrologie widerspiegelt. Da im Rahmen des Kongresses ausführlich auch kindernephrologische Themen behandelt wurden, fand im Jahr 2025 keine Masterclass in pädiatrischer Nephrologie statt. Die nächste Masterclass ist für Herbst 2026 geplant und wird allen interessierten Ärzt:innen offenstehen.

Die Fortbildungsaktivitäten konzentrierten sich insbesondere auf die Betreuung häufiger pädiatrischer Nierenerkrankungen, darunter z.B. Harnwegsinfektionen, Dilatationen des Nierenbeckenkelchsystems, tubulärer und glomerulärer Erkrankungen sowie der arteriellen Hypertonie im Kindesalter. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Vernetzung und der Sicherstellung einer frühzeitigen sowie langfristigen qualitativ hochstehenden Betreuung von Patient:innen mit Nierenerkrankungen. In den letzten Jahren wurden zunächst in der Erwachsenenmedizin neue innovative medikamentöse Therapien wie SGLT2-Inhibitoren und nichtsteroidale Mineralokortikoid-Rezeptorantagonisten eingeführt, welche nachweislich die Progression der chronischen Niereninsuffizienz verlangsamen. Diese Therapien sind derzeit für pädiatrische Patient:innen noch nicht allgemein zugelassen. Die SAPN beteiligt sich aktiv an klinischen Studien und internationalen Kooperationen mit dem Ziel, die Evidenzlage zu verbessern und eine zukünftige und zeitnahe Zulassung für die pädiatrische Population zu ermöglichen.

Prioritäten und Netzwerkaktivitäten

Die Prävention der Niereninsuffizienz bleibt somit eine zentrale Aufgabe der pädiatrischen Nephrologie. Fortschritte in der pränatalen und frühkindlichen Diagnostik, einschliesslich moderner genetischer Untersuchungsmethoden, ermöglichen eine frühzeitige Diagnose sowie eine gezielte Betreuung und Therapie betroffener Kinder und Jugendlicher mit Übergang in die Erwachsenenmedizin.

Die SAPN arbeitet eng mit nationalen und internationalen Fachgesellschaften und Netzwerken zusammen, insbesondere mit der Schweizerischen Gesellschaft für Nephrologie (SGN), der Working Group of Rare and Inherited Kidney Disorders (WGRIKD/SSN), dem nationalen Referenznetzwerk RARE-Kidney sowie den europäischen Fachgesellschaften ESPN (European Society for Paediatric Nephrology) und ERA (European Renal Association).

Register und Qualitätssicherung

Das Schweizerische Pädiatrische Nierenregister (SPNR), welches seit 1970 Kinder mit terminaler Niereninsuffizienz erfasst hat, leistete einen wichtigen Beitrag zur Qualitätssicherung und Forschung. Im Jahr 2025 wurden die Arbeiten zur Entwicklung einer neuen nationalen Datenbank weitergeführt, mit dem Ziel, die langfristige Erfassung und Qualitätssicherung der Versorgung pädiatrischer Nierenerkrankungen in der Schweiz sicherzustellen.

Korrespondenz

Für fachliche Rückfragen stehen folgende Ansprechpartner zur Verfügung:
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