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COVID-19 Fragen und Antworten Teil 6

Covid-19 |

Welche pädiatrischen Lungenerkrankungen sind Risikofaktoren für schwere Verläufe von COVID-19?

Die Schweizerische Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie (SGPP) hat dazu Stellung genommen. Insbesondere hält sie fest, dass die Diagnose «kontrolliertes Asthma bronchiale» nicht als Risikoerkrankung zu betrachten ist. Die SGP unterstützt diese Stellungnahme. Stellungnahme SGPP

Weshalb sind die Notfallkonsultationen in der Pädiatrie seit Beginn der Pandemie paradoxerweise zurückgegangen?

Aus Spitälern und Praxen wird über auffallend wenige Notfallkonsultationen berichtet. Wir sehen mindestens 3 Gründe dafür:

  • Influenza und RSV sind weitgehend abgeklungen, die Saisons für Parainfluenza und Rotavirus, üblicherweise sehr aktiv im Frühjahr, verlaufen bisher mild.
  • Der  Kohortierungseffekt von Kindern in Gemeinschaftseinrichtungen fehlt weitgehend, führt zu weniger Virusinfektionen und temporär «gesünderen» Kindern.
  • Eltern üben Zurückhaltung bei der Beanspruchung von Notfallkonsultationen. Das kann gefährlich sein, besonders bei schweren Krankheiten mit schleichendem Beginn (s. diabetische Ketoazidose im Newsletter vom 27.03.2020)

Es ist deshalb wichtig, dass Kinderärztinnen und Kinderärzte ihren Patienten und Eltern klar kommunizieren, dass sie unverändert jederzeit für sie verfügbar sind.

Wie ist der aktuelle Wissensstand darüber, dass Kinder weniger von COVID-19 betroffen sind als Erwachsene?

Die Erkenntnisse aus Pathophysiologie und Epidemiologie sind weiterhin lückenhaft. Folgendes kann festgehalten werden

  • Kinder jeden Alters können infiziert werden, sie sind nicht resistent gegenüber SARS-CoV-2.
  • Fallserien bei hospitalisierten Kindern in China beschreiben, dass max. 3% schwere Verläufe zeigten (schwer = Bedarf an zusätzlichem O2); 13-28% der Infizierten waren asymptomatisch. Alle anderen wiesen eine milde respiratorische Infektion auf (obere Atemwege, milde Pneumonie).
  • Diese Studien bei Kindern betreffen hochselektionierte Kohorten. Der Anteil subklinisch infizierter Kinder in der Gesamtpopulation könnte sehr viel grösser sein.
  • Epidemiologische Modellrechnungen suggerieren, dass die Häufigkeit subklinischer Infektionen der Hauptgrund ist, weshalb Kinder scheinbar verschont sind.
  • Harte Fakten über Risikofaktoren für schwere Verläufe bei Kindern fehlen weiterhin.