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Inhalative Korticosteroide in der Therapie des kindlichen Asthma: Fakten und Mythen

Asthma bronchiale ist die häufigste chronische Erkrankung im Kindesalter mit einer Prävalenz in West-Europa von 8–10 %. Zahlreiche Untersuchungen legen nahe, dass es sich beim «Asthma» um eine Gruppe verschiedener Entitäten (Phäno- und Endotypen) handelt mit unterschiedlichen biologischen Grundlagen, Risikofaktoren, Triggern und Genetik und weniger um eine einzelne wohldefinierte
Erkrankung. Dabei sind die pathophysiologischen Grundpfeiler dieselben: Chronische Atemwegsentzündung, bronchiale Hyperreagibilität und variable Atemwegsobstruktion. Die Entzündung der Atemwege verursacht dabei eine Limitierung des Atemflusses über vier Mechanismen: Akute Bronchokonstriktion, Ödem und Schwellung der Atemwegswand, Entstehung von Schleimpfropfen im Bereich der Atemwege und struktureller Umbau der Atemwegswände. Das Minimalziel der Asthma-Behandlung ist eine optimale und das Maximalziel eine totale Asthmakontrolle1). Asthmakontrolle bedeutet, dass das Kind keine Symptome hat (weder tagsüber noch nachts), eine uneingeschränkte körperliche Aktivität zeigt und keine Exazerbationen mit systemischem Steroidbedarf oder Hospitalisationen erleidet. Gleichzeitig sollten die bestmöglichen Lungenfunktionswerte erzielt und im weiteren Verlauf erhalten werden. So bestehen die besten Voraussetzungen, damit eine regelrechte Atemwegs- und Lungenentwicklung gewährleistet ist. Das Erreichen dieser Ziele bedingt eine angepasste Langzeitbehandlung. Neben der medikamentösen Therapie gibt es weitere wichtige Aspekte, die Teil eines ganzheitlichen Asthma-Managements sind. Dies sind Prävention, rehabilitative Massnahmen sowie die AsthmaSchulung. Die medikamentöse Langzeitbehandlung birgt aufgrund ihrer zeitlichen Dauer ein – wenn auch geringes – Risiko der Medikamenten-Nebenwirkungen.

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Autoren/Autorinnen
Alexander Möller, Fachbereich Peumologie, Universitäts-Kinderspital Zürich