News

Swiss Paediatric Surveillance Unit (SPSU)

Jahresbericht 2023/2024

Die Swiss Paediatric Surveillance Unit (SPSU) wurde vor 30 Jahren gegründet, um seltene pädiatrische Krankheitsbilder sowie seltene Komplikationen häufigerer Erkrankungen in einem schweizweiten Netzwerk systematisch zu erfassen. Initiiert wurde diese visionäre Idee von Prof. Gregor Schubiger, Dr. Daniel Desgrandchamps und Dr. Hanspeter Zimmermann (Zimmermann et al., Soz Präventivmed 1995; 40: 392–5).

Heute wird die SPSU gemeinsam von pädiatrie schweiz und dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) betrieben. Dokumentiert werden Krankheitsbilder und Komplikationen bei im Spital behandelten Kindern unter 16 Jahren. Damit leistet die SPSU einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung von Kindern und Jugendlichen in der Schweiz.

Im November 2024 überprüfte das SPSU-Komitee die Strategieausrichtung 2018+ und legte die Schwerpunkte für die kommenden 5 Jahre fest.

Zu den grossen Stärken der SPSU zählen wie bisher ihre explizite gesetzliche Verankerung im Epidemiengesetz, die langjährige Erfahrung sowie die breite nationale und interdisziplinäre Vernetzung. Gleichzeitig stellen der anhaltende Ressourcen- und Spardruck sowie die steigenden Anforderungen im Bereich Datenschutz neue zentrale Herausforderungen dar, die mit geeigneten Massnahmen mitigiert werden sollen. Ein wesentliches Ziel für die Zukunft bleibt zudem die Förderung von Nachwuchsforschenden, indem die Attraktivität der SPSU als Forschungsnetzwerk in den geeigneten Gefässen bekannt gemacht wird.

Die SPSU ist ausserdem Mitglied der Internationalen Vereinigung der Pädiatrischen Surveillance Units (INOPSU), die aktuell zehn nationale Einheiten vereint (www.inopsu.com). Das Ziel von INOPSU ist nicht nur, mit ähnlichen Studien die Datenverfügbarkeit zu seltenen pädiatrischen Erkrankungen über die Landesgrenzen hinaus zu verbessern, sondern auch, den Erfahrungsaustausch und die Kollaboration zu fördern.

In den vergangenen 30 Jahren wurden im Rahmen der SPSU für 34 Studien rund 7800 sichere Krankheitsfälle gemeldet. Für die Jahre 2023 und 2024 lassen sich für die aktuell sieben resp. sechs laufenden Studien die Fallzahlen wie folgt aufschlüsseln:

2023

Von 29 beteiligten pädiatrischen Ausbildungskliniken wurden für sieben laufende Studien insgesamt 578 sichere Krankheitsfälle erfasst: 233 invasive Infektionen Gruppe A Streptokokken ,178 Varizellen-Zoster-Virus (VZV) assoziierte Hospitalisationen, 133 SARS-CoV-2 Infektionen, 24 neonatale Enterovirus-Infektionen, sieben Fälle von akuter schlaffer Lähmung, als Indikator der Poliomyelitisüberwachung, zwei Fälle von akuter pädiatrischer Hepatitis unbekannter Herkunft und eine Vitamin-K-Mangelblutung.

2024

Von 29 beteiligten pädiatrischen Ausbildungskliniken wurden für sechs laufende Studien insgesamt 269 sichere Krankheitsfälle erfasst: 155 invasive Infektionen Gruppe A Streptokokken, 70 neonatale Enterovirus-Infektionen, 37 Varizellen-Zoster Virus (VZV) assoziierte Hospitalisationen, sieben Fälle von akuter schlaffer Lähmung, als Indikator der Poliomyelitisüberwachung, null Vitamin-K Mangelblutung und null Fälle akuter pädiatrischer Hepatitis unbekannter Herkunft.

Die Anzahl Fälle der laufenden und abgeschlossenen Studien sind in der Tabelle wiedergegeben.

Die Vollversion des SPSU-Berichts 2023/2024 finden Sie auf dem Internet unter: www.spsu.ch.

Dank

Wir danken allen Verantwortlichen in den Kliniken für die wertvolle Mitarbeit, die für den erfolgreichen Betrieb des SPSU-Meldesystems entscheidend ist, sowie allen behandelnden Pädiaterinnen und Pädiatern, welche die Erhebung der Daten für die Studien unterstützen.

Für das SPSU-Komitee:
A. Wörner, Basel (Präsident); B. Laubscher, Neuenburg und Lausanne; G. Simonetti, Bellinzona; F. Stollar, Genf; N. Schöbi, Bern; Ph. Baumann, Zürich; M. Mäusezahl, Bern; D. Beeli, Bern; E. Rolli, Bern.