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Counting Young Carers in Switzerland – A Study of Prevalence

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Erstaunliche Ergebnisse dieser ersten in der Schweiz durchgeführten repräsentativen, quantitativen Studie zum Thema Young Carers.

Zeitschriftenreview

Agnes Leu1, Marianne Frech1, Hannah Wepf1, Joe Sempik2, Stephen Joseph3, Laura Helbling4, Urs Moser4, Saul Becker5 and Corinna Jung1

Children & Society (2018) DOI:10.1111/chso.12296

1Careum Research, University of Applied Sciences, Zurich, CH, 2University of Birmingham, Birmingham, UK, 3University of Nottingham, Nottingham, UK, 4Institute for Educational Evaluation, Zurich, CH, 5University of Sussex, Brighton, UK

An online survey of children in school grades 4–9 (mostly aged 10–15) was conducted in order to determine the prevalence of young carers in Switzerland using a 2-stage stratified sampling approach. 4082 respondents were drawn from 230 schools. A total of 3991 respondents were included in the analysis and of these 307 (7.7%) were identified as young carers. The population estimate of prevalence was 7.9 per cent. This suggests that there are around 38 400 young carers in school grades 4–9 in Switzerland. Extrapolating to the 9–16 age group gives a figure of almost 51 500.

CHILDREN & SOCIETY (2018) DOI:10.1111/chso.12296

Nach einer vorangegangenen qualitativen, bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen durchgeführten Erhebung1) und einer Fokusgruppen-Studie bei Fachleuten2), sind nun die Ergebnisse dieser ersten in der Schweiz durchgeführten repräsentativen, quantitativen Studie zum Thema Young Carers bekannt. Die hohe Zahl erstaunt: 307 (7.7%) der 3991 10-15-jährigen Schüler aus 230 Schulklassen, die in die Studie eingeschlossen werden konnten, erwiesen sich als „Young carers“. Vereinfacht gesagt sind Young carers junge Menschen, die langfristig ein chronisch krankes oder behindertes Familienmitglied betreuen und damit die Rolle eines Erwachsenen übernehmen. Die Suche nach einer gemeinsamen, allgemeingültigen Definition erscheint jedoch immer dringender, um über gemeinsame Ansätze in Forschung und Betreuung zu verfügen. Nicht nur Fachleuten ist der Begriff und dessen Bedeutung schlecht oder gar nicht bekannt2), auch die Betroffenen selbst, Eltern, Kinder, Familie und nähere Umgebung, sind sich der Rolle, die diese pflegenden Minderjährigen auf sich nehmen, meist nicht bewusst. Um diesen Kindern und Jugendlichen in ihrer schwierigen Aufgabe beistehen zu können, müssen wir Mittel und Wege finden, einerseits die Young carers und andererseits die möglichen Anlaufstellen zu identifizieren.

Auf die Thematik «Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene als pflegende Angehörige in der Schweiz» sowie das entsprechende Forschungsprogramm «learn & care» wurde in Paediatrica bereits hingewiesen3)

Referenzen

  1. Leu A, Frech M, Jung C. Young carers and young adult carers in Switzerland: Caring roles, ways into care and the meaning of communication. Health Soc Care Community. 2018:925-34
  2. Leu, A., Frech, M., & Jung, C. (2018). «You don‘t look for it» – A study of Swiss Professionals’ Awareness of Young Carers and their Support Needs. Health & Social Care in the Community, Early View Version (26), e560–e570 doi:10.1111/hsc.12574 
https://rdcu.be/35wS
  3. Leu A, Jung C, Frech M. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene als pflegende Angehörige in der Schweiz. Paediatrica 2016 Vol. 27/2

Weitere Informationen

Korrespondenz:
Autoren/Autorinnen
Dr. med. Rudolf Schlaepfer, Tête-de-Ran 49, 2300 La Chaux-de-Fonds